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#GoodByeDiesel – hello LBG

03.07.2019

 

Am Freitag durfte ich dabei sein, wie Lidl Schweiz und das Logistikunternehmen Krummen Kerzers unter Anwesenheit von prominenten Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Forschung die erste Tankstelle für Flüssigerdgas (LNG) einweihte. (Hier geht's zur Medienmitteilung)

 

Bis 2030 will Lidl seine Geschäfte fossilfrei beliefern. LNG-betriebene Lastwagen sind ein erster Schritt dazu, denn (fossiles) LNG produziert deutlich weniger CO2 als fossiler Diesel. (Zu beachten sind aber auch noch winzige Methan-Verluste, die aufgrund der stärkeren Treibhausgaswirkung die erheblichen Einsparungen beim CO2 etwas relativieren; dennoch lohnt es sich. Zu beachten ist ausserdem, dass es mittlerweile möglich ist, synthetischen Diesel herzustellen und auch hier schon erste Ablagen in der konkreten Planung sind – bisher das Hauptthema dieser Website.)

 

Zur Überraschung des Tages waren die LKWs jedoch nicht mit fossilem LNG betankt, sondern mit erneuerbarem Biogas, so genanntem LBG. Dieses stammte aus Norwegen und wurde aus Fischabfällen gewonnen. 

 

Ständerat Damian Müller (FDP) sagte, Klimaschutz gehe uns alle an. Diese globale Herausforderung könnten wir nur mit lokalen Lösungen bewältigen. Es brauche Unternehmer, die mutig vorangehen. Politik und Verwaltung müssten aber gute Rahmenbedingungen schaffen.

 

Dabei erwähnte er die überhöhte Mineralölsteuer für LNG, die auch Prof. Markus Friedl von der Hochschule Rapperswil in seiner Ansprache deutlich kritisierte. 

 

Wenn das von Menschen gemachte Gesetz gegen Naturgesetze verstösst...

 

Letzterer sprach von einem Fehler, wie ihn ein Naturwissenschaftler nicht verstehen könne. Später im Gespräch erläuterte er mir, dass die Abgaben auf LNG durch die Zollverwaltung auf der Basis von 1000 Liter bei + 15 Grad Celsius berechnet würden. Bei +15° Grad kann Methan jedoch unmöglich flüssig sein. Hinzu kommt eine fehlende Angabe der Masse des LNGs.

 

Die Folge ist, dass auf Liter-Basis dann die Mineralölsteuer mehr als doppelt so hoch ausfällt. Würde man LNG auf Kg-Basis deklarieren (so wie es international auch Usus ist), stimmt der Treibstoffsteueransatz mit demjenigen von CNG (gleiches Molekül und gleiche Wirkung im Motor) überein.

 

Ein solcher Fehler bei der Berechnung von Abgaben muss durch die Politik unbedingt korrigiert werden. Auch im Hinblick auf die Verlängerung der Mineralölsteuerbefreiung für Biotreibstoffe waren sich alle Anwesenden einig. Ohne eine solche Verlängerung haben wegweisende Projekte wie das von Lidl Schweiz keine Chance zu überleben. 

 

Die Politik muss die Weichen richtig stellen, um Klimaschutz überhaupt zu ermöglichen

 

Es liegt nun an der Politik zu entscheiden, ob sie angesichts der rasant auf uns zukommenden Klimakrise die Weichen für den Umbau des Mobilitätssektors auf nachhaltige Treibstoffe stellen will oder zum Schluss nur noch Fahrverbote und -einschränkungen als letzte Massnahme übrig bleiben. 

 

Das sind die Weichenstellungen, die es braucht:

  1. Die Anrechenbarkeit klimaneutraler, synthetischer Treibstoffe bei der Berechnung der Flottenemissionen der Importeure – dies ist aktuell Art. 16 in der Totalrevision des CO2-Gesetzes, könnte aber vielleicht auch schon bei der Verlängerung des alten CO2-Gesetzes integriert werden

  2. Fortsetzung der Mineralölsteuerreduktion für Erdgas – sonst müsste man am 1. Juli 40 Rp/l 

    oder 60 Rp/kg Gas aufschlagen. 

  3. Korrektur der Bemessung der Mineralölsteuer auf den Treibstoff LNG in Kilo und nicht Litern (analog CNG). 

 

 

 

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