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Medienmitteilung vom 14. Dezember 2015

 

Nach dem Klimagipfel: Zeit, klimaschädliche CO2-Sanktionen für klimafreundliche Kraftstoffe aufzuheben

Innovative Power-to-Fuel Technologie aus der Schweiz soll durch die Politik nicht länger behindert werden 
Zürich, 14. Dezember 2015

Clean Fuel Now fordert nach dem Klimagipfel in Paris, Hemmnisse für die Klimaschutz-Innovation «Power-to-Fuel» abzubauen. CO2-Sanktionen für Fahrzeuge, die gar kein CO2 produzieren, müssten abgeschafft werden. Die Schweiz dürfe diese einmalige Chance, eine weltweite Führungsrolle beim Klimaschutz zu übernehmen, nicht verpassen. Power-to-Fuel könne mindestens einen Teil der Subventionen für die Wasserkraft überflüssig machen und den Ausbau erneuerbarer Energien ohne staatliche Eingriffe fördern. Damit ebne diese Investition in konventionelle Antriebe am Ende sogar den Weg für einen kompletten Umstieg auf Elektromobilität.

Das historische Übereinkommen zeige, dass es mit dem Klimaschutz endlich vorangehe. Die Schweiz dürfe nun den Anschluss nicht verpassen und könne sogar eine weltweite Führungsrolle übernehmen. Denn eine Schlüsseltechnologie des Klimaschutzes sei eine Schweizer Erfindung.


Neben einer Steigerung der Energieeffizienz brauche es nun auch innovative Ansätze für den Ersatz fossiler Brenn- und Treibstoffe, wie zum Beispiel Power-to-Fuel. Eine Schlüsseltechnologie dafür kommt vom Schweizer Startup Climeworks AG. Dieses hat einen Filter entwickelt, mit dem CO2 sehr kostengünstig und effizient überall aus der Umgebungsluft gefiltert werden kann. 

Das aus der Luft gefilterte CO2 dient dann als Rohstoff für die Lebensmittelindustrie, wo es fossiles Methan ersetzt, und für die Produktion praktisch klimaneutraler synthetischer Treibstoffe, ebenfalls ohne fossile Rohstoffe. Autobauer Audi produziert in Niedersachen bereits synthetisches Methan für 1’500 Erdgasfahrzeuge und in Dresden steht eine Produktionsanlage für synthetischen Diesel der Firma Sunfire.


Der Einsatz im grossen Rahmen werde durch die CO2-Gesetzgebung in der Schweiz und der EU jedoch politisch behindert. Denn auch Fahrzeuge, die mit synthetischem Sprit, also ohne fossile Rohstoffe, gefahren werden, müssen CO2-Sanktionen zahlen, obwohl sie netto gar kein CO2 produzieren. Dies behindert die Wirtschaftlichkeit von Investitionen in die neue Technologie. 

«Es ist absurd, dass man für etwas bestraft wird, das man gar nicht macht, und dadurch obendrein der Klimaschutz, um den es eigentlich geht, noch massiv behindert wird», so Ex-GLP-Nationalrat Thomas Böhni, Präsident von Clean Fuel Now. 


Der konsequente Einsatz von Power-To-Fuel könne zudem auch Subventionen für die Wasserkraft überflüssig machen. Denn Power-to-Fuel habe das Potential, den Ausbau der erneuerbaren Energien zu fördern. Indem so genannter Überschussstrom an Treibstoffsyntheseanlagen verkauft wird, erhöhe sich die Produktivität und Wirtschaftlichkeit der erneuerbaren Energien, ohne dass der Staat lenkend eingreifen müsse, und es stünde ein Langzeitspeicher zur Verfügung. Umgekehrt könnten Treibstoffsyntheseanlagen als Schattenkraftwerke dienen, wenn man sie bei Bedarfsspitzen kurzfristig abschalte. Insgesamt dienten die Anlagen damit der Netzstabilisierung, der Konvergenz und der Steigerung der Produktivität der erneuerbaren Elektrizitätswirtschaft. 

Power-to-Fuel könne zu einem entscheidenden Baustein der Energiewende werden und den Ausbau der erneuerbaren Stromproduktion in einem Ausmass fördern, dass am Ende der Umstieg auf Elektromobilität ermöglicht wird. Im Sinne einer Zwischenlösung ermögliche Power-to-Fuel die viel schnellere Dekarbonisierung des Strassenverkehrs, ohne dass dafür eine neue Infrastruktur oder neue Fahrzeuge entwickelt und gebaut werden müssen. Denn synthetischer Sprit kann schon heute in jeden Tank gefüllt werden, wie Bundesrat Johann Schneider-Ammann und Thomas Böhni im Juni auf dem Bundesplatz in Bern im Rahmen einer Betankungskaktion demonstrierten.

Weitere Informationen: www.CleanFuelNow.com
Ex-Nationalrat Thomas Böhni, Präsident: +41 79 709 40 54
Peter Metzinger, Geschäftsführer: +41 79 628 61 26

Hintergrundinformationen
Produktionsanlagen für synthetische Treibstoffe benötigen als Rohstoffe lediglich Wasser, CO2 und elektrischen Strom. Fossile Rohstoffe können im Boden verbleiben. 


Dank eines neuen Filters des Zürcher Startups Climeworks kann CO2 kostengünstig und hoch effizient aus der Umgebungsluft gefiltert werden. 
Die so produzierten Treibstoffe produzieren nach der Verbrennung im Motor zwar durchaus CO2, weil dieses aber vorher aus der Luft gefiltert wurde, wird kein neues CO2 erzeugt. Der Kreislauf ist geschlossen, die Mobilität mit konventionellen Fahrzeugen und der heutigen Infrastruktur kann quasi von einem Tag auf den anderen auf praktisch klimaneutral umgestellt werden, sofern der verwendete Strom aus erneuerbaren Quellen stammt.  


Die Industrie möchte schon länger im grösseren Ausmass in Power-to-Fuel investieren. Im Oktober 2014 berichtete die NZZ am Sonntag «Der Autobauer Audi plant in der Schweiz den Bau einer Produktionsstätte für synthetische Treibstoffe. Vorausgesetzt, die Politik stellt die Weichen richtig.» Es gab mehrere Gespräche mit den Behörden, an denen auch Clean Fuel Now teilnahm, und in deren Rahmen immer wieder die Abschaffung von CO2-Sanktionen für Fahrzeuge, die gar kein CO2 produzieren, gefordert wurde, um die Wirtschaftlichkeit der neuen Technologie zu verbessern. 


Clean Fuel Now appelliert an die Schweizer Politik, praktisch klimaneutral betriebene Fahrzeuge bei der Berechnung der CO2-Sanktionen einer Fahrzeugflotte mit Null CO2 Emissionen anzurechnen. 
Der Verein präsentiert auch einen praktikablen Vorschlag, wie man dies umsetzen könnte.
Dazu müsste der Flottenbetreiber pro anzurechnendem Fahrzeug den erfahrungsgemässen Gesamt-Spritverbrauch dieses Fahrzeugs in das Schweizer Verteilnetz einspeisen. Wer den Sprit am Ende tankt, spielt keine Rolle, so lange die Gesamtmenge an synthetischem Treibstoff zum Einsatz kommt. 
Befürchtungen, dadurch falle die Motivation zur Förderung verbrauchsarmer Motoren weg, kontert Clean Fuel Now mit dem Vorschlag, die Anrechenbarkeit vorläufig auf Fahrzeuge zu beschränken, die heute schon die CO2-Grenzwerte einhalten.