Neuste Klimastudie zeigt: Wir haben zwar mehr Zeit, können es uns aber nicht bequem machen


Die Zeit drängt. Der Klimawandel nimmt immer schwerwiegendere Ausmasse an und die Welt ist gezwungen, endlich zu handeln. Das Pariser Klimaabkommen soll dabei den Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung einläuten, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Doch ein neuer Artikel der britischen Tageszeitung «The Telegraf» sorgt für Schlagzeilen: Der Klimawandel ist laut einer neuen Studie nicht so bedrohlich wie erwartet. Der Tages-Anzeiger hat gestern eine Antwort in Form eines Artikels veröffentlicht, der die Aussage des «The Telegraph» relativiert.

Wie steht es wirklich um unser Klima?

Können wir uns dank der Aussage der britischen Tageszeitung und dem Resultat der neuen Klimastudie bequem zurücklehnen?

Nein. Laut ETH-Klimaforscher Reto Knutti, der im Tages-Anzeiger zitiert wurde, sei «das CO2-Budget (geschätzte Menge der CO2-Abgase, die seit Beginn der Industrialisierung freigesetzt wurde/ noch freigesetzt werden kann, um eine Erderwärmung zu vermeiden) zwar etwas grösser geworden, und wir haben nun ab 2018 bezogen auf die heutigen Emissionen im besten Fall zehn Jahre mehr Zeit, bis das Budget aufgebraucht ist und die Emissionen dann kontinuierlich bis null gesenkt werden müssen.» Die Devise hat sich aber nicht geändert. Die Einführung der Schadstoff-Nulltoleranz zwischen 2050 und 2070 wird also weiterhin angepeilt, um dem Pariser Abkommen Rechnung zu tragen. «Diese Studie zeige nur, dass das 1,5-Grad-Ziel noch erreichbar ist, auf die Anstrengungen im Klimaschutz hätten die neuen Resultate keinen Einfluss.»

Ein bequemes Zurücklehnen ist auch deshalb ausgeschlossen, da alle geplanten Projekte auf mehrere Jahrzehnte Einfluss nehmen.

Warum die Emissions-Budgetierung von Klimaforschern falsch eingeschätzt wurde

Im Grunde handelt es sich nicht um eine Falscheinschätzung. Es ist vielmehr eine ältere Schätzung, die zum einen aufgrund des heutigen technologischen Fortschritts ungenau ist und zum anderen neben den CO2-Emissionen keine anderen Gase in der Schätzung berücksichtigt werden. Somit wurde das Treibhausgas Methan, sowie Russ- und Sulfatpartikel von Verbrennungsreaktionen, die bei der Verbrennung eine Abkühlung des Klimas bewirken, nicht in die Schätzung integriert.

Die Mitglieder des Klimaabkommens haben Versprechungen zur Besserung des Klimawandels abgegeben. Was müssen die Politiker noch machen, damit effektive Massnahmen gegen den Klimawandel durchgesetzt werden?

Es gibt weiterhin viel zu tun, da es nebst dem Ziel, die Emissionen gegen Null zu bringen, auch wichtig ist, diesen Schritt so kostengünstig wie möglich durchzuführen. Dazu gibt es immer noch wissenschaftliche Unklarheiten, die beantwortet werden müssen. Zum Beispiel ist unklar, welche globalen Ausmasse die Erwärmung um 1,5 Grad mit sich bringt. «Die Wissenschaft zeigt, was möglich ist, die Politik ist nun gefordert, dringend die entsprechenden Massnahmen durchzusetzen.», so der Tages-Anzeiger.

Erderwärmung ist unumkehrbar

Die Erderwärmung ist laut Andreas Fischlin, ETH-Klimaforscher und Vizepräsident im Weltklimarat IPCC, unumkehrbar. Der Grund dafür ist das CO2, das sich bereits schon in der Luft befindet. Falls es zu einem kompletten Emissionsstopp kommen würde, bliebe die Temperatur nach einigen anfänglichen Schwankungen auf der aktuellen Höhe und würde folglich nicht sinken. Nur wenn man effektiv CO2 aus der Luft abbaut, so wie das die Firma Climeworks tut, kann die Temperatur wieder reduziert werden.

Quellen

Artikel Tages-Anzeiger

Climeworks

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