Wenn CO2 in «grünen» Beton umgewandelt wird


Der Klimawandel ist seit längerem schon eine erschreckende Tatsache und es überrascht auch nicht, dass dieser bei den Sorgenbarometern vieler Länder eine ungewünschte Spitzenposition einnimmt. Einfach gesagt: Die Menschen haben Angst vor dem Klimawandel. Die Zeit des fossilen Brennstoffes muss endlich abgelöst und von einer effizienteren, klimafreundlicheren Zeit ersetzt werden. Forscher, Erfinder und Unternehmer aus der ganzen Welt versuchen daher seit geraumer Zeit, Möglichkeiten zur Senkung von CO2-Emmissionen zu finden. Die australische Firma Mineral Carbonation International (MCI) beispielsweise stellt erste Erfolge unter Beweis. Ähnlich wie die Direct-Air-Capture Anlage in Island von Climeworks wandelt MCI in einer Pilotanlage CO2 in eine feste Form um. Das Endprodukt: Beton.

Wie wandelt man CO2 in Beton um?

MCI startete 2016 mit einer Pilotanlage. Die Anlage im australischen Newcastle befindet sich gleich neben einem Kohlekraftwerk, das im Normalfall seine CO2-Emissionen in die Umwelt ausscheiden würde. Doch die entstehenden Schadstoffe werden mittels einer direkten Verbindung zur Pilotanlage weitergeleitet und verarbeitet.

Die Pilotanlage wandelt in einem chemischen Prozess das CO2 vom Kohlekraftwerk in feste Karbonate um. Mit diesen Karbonaten können in anschliessenden Prozessen Beton, Gipsplatten oder Ziegel hergestellt werden.

«Sowohl Karbonate als auch das Nebenprodukt Kieselsäure haben das Potenzial, bei Baumaterialien wie Beton oder Gipskartonplatten genutzt zu werden», erklärt die Universität von Newcastle.

Die Technologie ähnelt jener der Direct-Air-Capture Anlage in Island, die Climeworks in Zusammenarbeit mit Reykjavik Energy errichtete, um CO2 nachhaltig aus der Atmosphäre zu entfernen. Die Unterschiede der beiden Methoden zur CO2-Beseitigung liegen allerdings darin, wie das C02 hart wird und wie das Endprodukt aussieht. In Island gelangen die Schadstoffe zusammen mit heissem Wasser tief unter die Erde, wo das CO2 aufgrund des hohen Drucks nicht entweichen kann. Dort reagiert es mit dem umliegenden Basalt und wird fest. Bei der Technologie von MCI hingegen reagiert das CO2 mit Serpentin, wobei es als solides Endprodukt weiter verarbeitet werden kann.

Wenn Natürliches und Künstliches dasselbe bedeutet

Das Interessante an dem ganzen Prozess: Die Umwandlung von gasförmigem CO2 hinzu gewöhnlichen Gesteinsformen geschieht ebenfalls in der Natur. Das CO2 durchläuft während mehreren Millionen Jahre Witterungprozesse, die den Schadstoff letzten Endes wieder in gewöhnliche Gesteinsarten verwandeln. MCI fand einen Weg den natürlichen Prozess zu imitieren und zu beschleunigen.

Wie geht es weiter?

Mineral Carbonation International plant bereits eine grössere Produktionsanlage, die 2020 in Betrieb gehen soll. Ihr langfristiges Ziel wird es sein, mit dieser Anlage zwischen 20’000 und 50’000 Tonnen des grünen Baumaterials herzustellen.

Das macht durchaus Sinn, ist das Potenzial der Methode riesig. Die Nachfrage nach grünen Baumaterialien ist laut Marcus Dawe, CEO von MCI, sehr gross, denn die Technologie hilft, in verschiedenen Bereichen wie der Betonproduktion, der Stahlproduktion oder der chemischen Produktion beinahe klimaneutral zu produzieren.

Quellen:

Mineral Carbonation International

Swiss Clean Tech

Climeworks

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