Emissionsfreie Zementproduktion soll bald Realität werden


Punkt4 hat kürzlich über eine neue Innovation im Bereich Klimaschutz berichtet [https://punkt4.info/die-ausgaben/details/news/emissionsfreie-zementproduktion-soll-bald-realitaet-werden/punkt4-edition-name/cleantechwoche/punkt4-edition-section/12848/punkt4-date/30-09-2019.html]

Boston - Forscher des Massachusetts Institute of Technology haben eine Methode entwickelt, durch welche CO2-Emissionen in der Zementproduktion eliminiert werden können. Diese Emissionen tragen bislang massgeblich zu den Treibhausgasemissionen bei.

Das weltweit führende Baumaterial Zement trägt 8 Prozent zu den gesamten Treibhausgasemissionen bei. Wenn die Zementproduktion ein Land wäre, wäre sie der weltweit drittgrösste Verursacher dieser Emissionen. Und da bis 2060 eine Verdoppelung der weltweit existierenden Gebäude erwartet wird, ist mit einem exponentiellen Anstieg der Emissionen zu rechnen.

Eine Forschergruppe des Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat nun eine Methode entwickelt, um die Emissionen bei der Zementherstellung komplett zu beseitigen. Diese Methode würde auch nicht zu einer Verteuerung des Baumaterials führen. Laut einer Medienmitteilung haben die Forscher den bisherigen Produktionsprozess, der auf der Verwendung von fossilen Treibstoffen basiert, durch einen elektrochemischen Prozess ersetzt. Anstatt Kalkstein zu schleifen und diesen bei durch die Verbrennung von Kohle entstehenden hohen Temperaturen gemeinsam mit Sand und Lehm zu kochen, schlagen die Forscher die Nutzung eines Elektrolyseurs vor, für welchen Energie aus sauberen, erneuerbaren Quellen genutzt wird.

Bei dem neuen Prozess wird der pulverisierte Kalkstein in einer Elektrode aufgelöst, wodurch Calciumhydroxid entsteht, also Kalk. Dieser kann in einem weiteren Schritt zu Zement verarbeitet werden. Während des Prozesses wird reines CO2 in der Form von konzentriertem Dampf freigesetzt. Dieser kann leicht abgeschieden und für die Herstellung anderer Produkte genutzt werden, so zum Beispiel für flüssige Treibstoffe als Beninersatz oder für sprudelnde Getränke.

Mit dem neuen Herstellungsprozess kann dieselbe Menge an Zement produziert werden, was für die Akzeptanz der Methode hilfreich ist. Die grosse Herausforderung ist nun, den Prozess in einem grösseren Umfang zu realisieren, um mit einem Zementwerk zu konkurrieren, welches rund 700.000 Tonnen Zement pro Jahr produziert

#Zementindustriee #Klimaschutz

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