CO2-Ausstoss von Fahrzeugen vor allem bei Langstrecken

Christian Bach, Abteilungsleiter Fahrzeugantriebssysteme bei der Empa, wurde am 5. Juni in der Schweizerische Gewerbezeitung damit zitiert, dass Wasserstoff und synthetische Treibstoffe künftig einen "wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele" leisten können.


Für Pendlerinnen und Pendler, kurze Strecken oder für typische Zweitfahrzeuge seien batterieelektrische Fahrzeuge die richtige Alternative. Kurzstreckenfahrten machen bis zu 70 Prozent der Fahrten aus. Diese sind für den grössten Teil der Schadstoffemissionen verantwortlich, weil die Motoren und Katalysatoren dabei oftmals nicht richtig auf Betriebstemperatur kommen. Die restlichen 30 Prozent der Fahrten betreffen längere Distanzen.



Aufgenommen während eines Referats von Christian Bach am 24.08.2019


Diese machen aber rund 70 Prozent der gefahrenen Kilometer und damit auch ungefähr 70 Prozent bei den CO2-Emissionen aus. In diesem Bereich sieht man bei der EMPA die Wasserstoffantriebe sowie mit synthetischen Treibstoffen betriebene Fahrzeuge, welche mithilfe von erneuerbarer Elektrizität produziert werden.


Jedes Konzept habe dabei Vor- und Nachteile. Kein Konzept kann alle Anwendungen abdecken – auch wenn dies manchmal behauptet werde. Die Kunst bestehe darin, für jede Anwendung das jeweils Passende zu finden.


Reine Elektrofahrzeuge haben ihre Vorteile auf kurzen und mittleren Strecken. Für lange Distanzen benötigen sie grosse Batterien mit entsprechendem Footprint und viele Schnellladesäulen, die den Ausstieg aus der fossilen und nuklearen Stromproduktion verlangsamen. Für diese Anwendungen seien Wasserstoffantriebe und mit synthetischen Treibstoffen betriebene Fahrzeuge besser.


EMPA-Rechnungen zeigten, dass es Lösungen für die CO2-neutrale Strassenmobilität gibt, welche kaum teurer seien als die heutige, auf fossilen Energieträgern basierten Ansätze. Dazu brauche es aber die richtigen Konzepte im richtigen Anwendungsbereich sowie Wasserstoff und synthetische Energieträger aus Grossanlagen. Die Herausforderung bestünden in der Finanzierung in der teuren Aufbauphase.


Dazu brauche eine «CO2-Abgabe 2.0». Aus EMPA-Sicht sollte diese dazu dienen, die Transformationskosten zu finanzieren. Dazu brauche es nicht unbedingt staatliche Ansätze. Konkret: Anstelle einer gesetzlichen CO2-Abgabe könnte eine brancheninterne Umlage eingesetzt werden, um die fossilen Treibstoffe bis 2050 vollständig durch erneuerbare zu ersetzen.


Selbst wenn in der Schweiz kein einziges Gramm CO2 mehr ausgestossen würde, würde dies am Klimawandel noch nichts ändern – dazu ist der Schweizer ­Beitrag zu klein. Aber: Wenn die Schweiz dank ihrer Finanzkraft und dem technologischen Know-how den Umstieg vormacht, könnten ­viele andere Länder mit geringeren wirtschaftlichen Möglichkeiten folgen.


Christian Bach ist überzeugt: Die Schweiz würde von einem solchen Umstieg in Form einer CO2-Reduktion profitieren, aber auch wirtschaftlich, weil solche Technologien in Zukunft weltweit im grossen Stil nachgefragt werden.

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