Diesel-Autos werden grüner: Die Rettung des Verbrennungsmotors?



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An 20 Tankstellen gibt es ab 2022 Diesel, der zehn Prozent grünen Sprit enthält. Produziert werden die e-Fuels in Frankfurt-Höchst vom Start-up Ineratec aus Ökostrom und Kohlenstoffdioxid aus Biogasanlagen.



Ab 2022 können ein paar Besitzer moderner Diesel-Pkw, die heute schon einige 10.000 Kilometer fahren müssen, um beim Ausstoß von Kohlendioxid mit Elektroautos gleichzuziehen, noch besser abschneiden. Dann bieten 20 Tankstellen in Deutschland Diesel an, der zehn Prozent synthetischen Treibstoff enthält. Dieser kleine Anteil erzeugt bei der Verbrennung im Motor nur so viel Kohlendioxid wie bei seiner Produktion aus der Atmosphäre entnommen worden ist.

Diesel: Millionen Autos auch noch in zehn Jahren unterwegs

Das könnte der Startschuss zur Rettung des Verbrennungsmotors sein, den viele schon abgeschrieben haben. Doch auch in zehn Jahren werden noch Millionen Autos mit Diesel- und Benzinmotor unterwegs sein. Es deutet sich jetzt schon an, dass der Wechsel zum Elektroauto weitaus schleppender verläuft als von der Politik erhofft. Konventionelle Fahrzeuge mit wirksamer Abgasreinigung, die synthetische Treibstoffe tanken, könnten dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen. Dazu müssen sie allerdings deutlich billiger werden.

Das internationale Beratungsunternehmen Frontier Economics schätzt die reinen Herstellungskosten auf 2,40 Euro pro Liter, wenn der Sprit mit Windstrom aus Nord- und Ostsee hergestellt wird, allerdings nur, wenn Netzentgelte nicht berücksichtigt werden. e-Fuels, die aus sonnen- und windreichen Regionen, importiert werden, sind deutlich preiswerter, bis hinunter zu gut einem Euro. Ohne eine politische Weichenstellung stehen e-Fuels also zunächst mal auf verlorenem Posten. Allerdings wird die Kostenschere zwischen mineralischen Treibstoffen und e-Fuels mit den Jahren immer kleiner.

E-Autos ziehen erst spät mit Diesel gleich

Elektroautos haben, wenn sie erstmals auf der Straße rollen, bereits einen deftigen Kohlendioxid-Fußabdruck. Der resultiert vor allem aus der Produktion der Lithium-Ionen-Zellen in Asien. Erst nach einigen 10.000 Kilometern ziehen sie mit Diesel-Autos gleich. Wenn sie allerdings keinen Solarstrom vom eigenen Dach oder zertifizierten Ökostrom „tanken“ dauert es noch länger.

Den synthetischen Treibstoff beziehen die Tankstellen, die Mitglieder von UNITI sind, dem Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen, von Ineratec, einem Jungunternehmen, das aus dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT) hervorgegangen ist. Dort ist das Verfahren, das Ineratec einsetzt, auch entwickelt worden.


Die Produktionsanlage wird im Industriepark Höchst in Frankfurt aufgebaut. Hier lockt ein Elektrolyseur, der mit einer Spitzenleistung von zwei Megawatt zu den großen in der Welt zählt. Er stammt vom Kölner Unternehmen Areva H2Gen, das seit kurzem zu GTT, dem französischen Spezialisten für den Transport von Flüssiggasen gehört.

Im zweiten Schritt entsteht Synthesegas

Der Elektrolyseur spaltet Wasser in Wasser- und Sauerstoff. Die Energie liefert zertifizierter Ökostrom. Aus Wasserstoff und Kohlendioxid, das aus Biogasanlagen bezogen werden soll – dort wird das Klimagas abgetrennt, um nahezu reines Methan zu erhalten, das ins Erdgasnetz eingespeist werden kann –, entsteht im zweiten Schritt Synthesegas. Dieser chemische Prozess findet bei relativ hohen Temperaturen und in Anwesenheit eines speziellen Katalysators statt.


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