Kein Widerspruch: wie eine Wasserstoffstrategie zum Segen für das Elektroauto werden kann

Es mag auf den ersten Blick paradox klingen. Zumindest für all jene, die immer noch meinen, man müssen sich für entweder die Elektromobilität oder Verbrennungsmotoren entscheiden. Dabei vertreten wir schon seit Jahren die Position, dass das eine das andere beflügeln kann. Denn in dem Masse, in dem die erneuerbaren Energien so ausgebaut werden sollen, dass sie wirklich Versorgungssicherheit bieten können, in dem Masse braucht es entweder Langzeitspeicher für saisonalen Überschussstrom oder eine sinnvolle Verwendung dieses Überschussstroms. Die Experten auf dem Gebiet sind sich einig: Power-to-X zur Umwandlung von Strom in Wasserstoff, Methan oder synthetischen Treibstoff ist aus einem solchen System nicht wegzudenken. So kann der Verbrennungsmotor – mit synthetischem Diesel, Benzin oder Gas betrieben – dem Ausbau der Elektromobilität dienen und gleichzeitig kann der Verkehrssektor schneller defossilisiert werden.





Der folgende Artikel beleuchtet die Thematik mit Blick auf die deutsche Wasserstoffstrategie:


"Neun Milliarden Euro will die Bundesregierung in das Thema Wasserstoff stecken. Bei der seit Jahren diskutierten Nationalen Wasserstoffstrategie wird es damit also endlich konkret und ernst. Der Bund will den umweltfreundlichen Energieträger zu einer der tragenden Säulen der Energiewende machen. Industrie und Verkehr sollen mit Wasserstoff-Technik auf CO2-neutrale Energieversorgung umgestellt werden. Wirtschaftsminister Peter Altmaier betonte, dass sowohl Forschung als auch der ganz konkrete Infrastruktur-Ausbau massiv angeschoben werden – und dass mit Flugzeugen und Schiffen auch Verkehrsmittel CO2-neutral gemacht werden sollen."


Wasserstoff als Energieträger kann im Verkehr, in der Luftfahrt, in der Stahlindustrie und sogar in der Zementindustrie eingesetzt werden – entweder als reiner Wasserstoff oder nach einer Umwandlung in Form von synthetischem Treibstoff.


"Es ist also kein Wunder, dass die Elektrolyse die deutlich favorisierte Technik zur Wasserstoff-Erzeugung ist. Strom aus erneuerbaren Energiequellen (also Sonnen- und Windstrom), der nicht direkt verwendet werden kann, soll dazu eingesetzt werden, Wasser in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff zu zerlegen. Der Sauerstoff kann entweder für Industrie-Anwendungen verwendet werden – oder er wird direkt in die Atmosphäre abgegeben. Der Wasserstoff wird in Tanks oder Pipelines geleitet und steht als Treibstoff zur Verfügung. Die Elektrolyse ist ein gut beherrschter Prozess, der mit einem Wirkungsgrad von 60 bis 80 Prozent erfolgt, das heißt 20 bis 40 Prozent des erzeugten Stroms gehen dabei verloren. Industrielle Anlagen kommen heute auf ca. 70 Prozent Wirkungsgrad. ...


Der Wasserstoff, der in Deutschland benötigt wird, um Kraftwerke zu betreiben und Industrie und Haushalte zu versorgen, kann zu einem großen Teil im Land produziert werden, der Rest könnte aus Flächenländern mit großem Energie-Überschuss importiert werden – zum Beispiel aus Spanien und Nordafrika, sobald vor Ort entsprechende Solar- und Wind-Kraftwerke entstanden sind."


Beim Import rückt eine neue Sichtweise in den Vordergrund: die Systemeffizienz. Sie besagt, dass man beim Vergleich der Effizienz verschiedener Antriebstechnologien das gesamte Energiesystem berücksichtigen muss und nicht nur die Antriebstechnologie losgelöst vom System betrachten darf. Wenn zum Beispiel das gleiche Solarmodul statt in Mitteleuropa in einer sonnenreicheren Gegend betrieben wird und dort doppelt so viel Strom produziert, dann ist die Systemeffizienz von damit hergestelltem synthetischen Treibstoff wesentlich besser als von in Europa hergestelltem synthetischem Treibstoff. Je nachdem kann dann ein Verbrennungsmotor fast so effizient sein wie ein Elektromotor, aber ohne die Probleme beim Abbau von Lithium und seltenen Erden, ganz zu schweigen von der noch ungelösten Entsorgung der Batterien.


Mehr dazu auf EFahrer.com, der "1. Adresse für Elektromobilität"



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