Wieso fahren wir nicht mit synthetischem Treibstoff?




«Hersteller wie Saab, Volvo oder Ford produzierten bis vor einigen Jahren auch für den Schweizer Markt Fahrzeuge, die mit Bioethanol fuhren. Dieses Bioethanol wurde aus Reststoffen aus der Land- und Forstwirtschaft hergestellt – und war damit klimaneutral. Praktisch CO2-frei fährt auch, wer auf CNG setzt und konsequent Biogas tankt.


In der Tat lassen sich viele Treibstoffe synthetisch herstellen. In der Schweiz gibt es bereits erste Anlagen, um synthetisches Methan zu produzieren. Bei diesem sogenannten Power-to-Gas-Verfahren wird mittels Elektrolyse Wasserstoff erzeugt. In einem zweiten Schritt wird dieser Wasserstoff unter Zuführung von Kohlendioxid zum Methan umgewandelt, also synthetisches Erdgas produziert. Klimaneutral ist das aber nur, wenn der Strom für dieses Verfahren erneuerbar ist. Und das ist der springende Punkt: Entscheidend für den CO2-Ausstoss ist nicht primär die Antriebstechnologie, entscheidend ist der Ursprung der genutzten Energie.


Aktuell ist die Herstellung von synthetischen Treibstoffen ziemlich teuer. Experten gehen jedoch davon aus, dass bis 2050 ein Säulenpreis für 100 Prozent erneuerbare Treibstoffe von rund 2,40 Franken pro Liter machbar ist. Was synthetische Treibstoffe aus klimapolitischer Sicht sehr interessant macht: Sie wirken sich nicht nur auf die Neuwagen aus, sondern auf den gesamten Fahrzeugbestand. Mit synthetischen Treibstoffen liesse sich der CO2-Gehalt im Treibstoffsystem kontinuierlich senken – und damit auch die CO2-Emissionen, die der Strassenverkehr verursacht.»


So weit ein Artikel aus 20 Minuten. Doch leider stimmt der Artikel nicht ganz. Der Säulenpreis für 100 Prozent synthetischen Diesel oder Benzin beträgt schon heute «rund 2,40 Franken pro Liter».


Kommt das neue CO2-Gesetz zustande und scheitert nicht am Referendum, können Autoimporteure die CO2-Sanktionen vermeiden, wenn die synthetischen Treibstoff produzieren oder einkaufen. Der Fahrzeughalter kommt dann in den Genuss, mit synthetischem Treibstoff zu fahren, der ihn dank der Anrechenbarkeit bei den CO2-Sanktionen und dank der Steuererleichterungen für biogene Treibstoffe («Mineralölsteuerbefreiung») nicht oder unwesentlich teurer kommt, als fossiler Treibstoff.






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